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Pressemitteilung | Queere Jugendarbeit stärken statt Strukturen gefährden

Gemeinsame Pressemitteilung der Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchen*arbeit im Land Brandenburg (KuKMA), des Landesverbands AndersARTiG e.V., des Landesjugendrings Brandenburg e.V. sowie der Kinder- und Jugendbeauftragten des Landes Brandenburg

Potsdam, den 27. August 2026

Die Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchen*arbeit im Land Brandenburg (KuKMA), der Landesverband AndersARTiG e.V., der Landesjugendring Brandenburg e.V. sowie die Kinder- und Jugendbeauftragte des Landes Brandenburg, Katrin Krumrey fordern Bund, Land und Kommunen auf, die Strukturen queerer Jugendarbeit nachhaltig und verlässlich zu sichern. Gerade in Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit und gesellschaftlicher Polarisierung braucht es mehr Unterstützung für junge LSBTIQ*Menschen- und nicht weniger.

Der brutale Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day im Juli diesen Jahres hat erneut deutlich gemacht, dass queerfeindliche Gewalt keine abstrakte Bedrohung ist. Viele junge queere Menschen erleben Ausgrenzung, Diskriminierung oder Ablehnung im Alltag, in ihren Familien, in Schulen oder im öffentlichen Raum. Um so wichtiger sind pädagogisch begleitete Schutz- und Empowermenträume, in denen sie Gemeinschaft, Unterstützung und Anerkennung erfahren können.

Besonders alarmierend ist vor diesem Hintergrund die bundesweit diskutierte Entscheidung des Bundesjugendministeriums, die bisherige Rahmenförderung des Jugendnetzwerk Lambda zum Jahresende auslaufen zu lassen. Zahlreiche Medien sowie fast 200 Organisationen aus Jugendverbandsarbeit und Zivilgesellschaft haben vor den Folgen dieser Entscheidung gewarnt. Lambda ist seit Jahrzehnten die zentrale bundesweite Selbstorganisation queerer junger Menschen und erreicht mit Beratungs-, Bildungs- und Empowermentangeboten insbesondere Jugendliche, die vor Ort keine unterstützenden Strukturen finden. Nach Angaben des Verbands ist derzeit unklar, wie die Arbeit ab 2027 finanziell abgesichert werden kann.

Für Brandenburg hätte ein Wegfall dieser Strukturen weitreichende Folgen. Besonders im ländlichen Raum fehlen häufig wohnortnahe Angebote für queere Jugendliche. Online-Angebote wie das von Lambda aufgebaute digitale Jugendzentrum „lambda space“ ermöglichen jungen Menschen, Gemeinschaft zu erleben, Erfahrungen auszutauschen und Unterstützung zu finden, unabhängig von ihrem Wohnort. Der mögliche Verlust solcher Angebote würde die Isolation vieler Jugendlicher weiter verstärken.

Die unterzeichnenden Organisationen betonen daher, dass queere Jugendarbeit nicht von kurzfristigen Projektlaufzeiten abhängig sein darf. Jugendliche benötigen verlässliche Ansprechpersonen, kontinuierliche Angebote und langfristig gesicherte Strukturen. Demokratiebildung, Prävention von Diskriminierung, Beratung und Empowerment können nur dort nachhaltig wirken, wo Fachkräfte, Vereine und Jugendverbände auf eine stabile Finanzierung bauen können.

„Wer queere Jugendarbeit lediglich projektweise finanziert, gefährdet die Grundlagen erfolgreicher Jugendverbandsarbeit. Junge Menschen brauchen Kontinuität, Beteiligungsmöglichkeiten und Vertrauensräume. Dafür sind strukturell abgesicherte Angebote unverzichtbar.“ Erklärt Lars Bergmann, Geschäftsführer des Landesverbands AndersARTiG e.V.

Die Organisationen fordern deshalb:

  • die Bundesregierung auf, die Kürzungen im Bereich der bundesweiten queeren Jugendverbandsarbeit zurückzunehmen und eine langfristige strukturelle Finanzierung queerer Jugendorganisationen sicherzustellen.
  • die Landesregierung Brandenburg auf, die Umsetzung des Aktionsplans „Queeres Brandenburg“ konsequent fortzuführen und die Finanzierung queerer Fach- und Jugendstrukturen dauerhaft abzusichern.
  • die Kommunen auf, bestehende Unterstützungsangebote, CSDs und lokale Projekte für queere Jugendliche nicht zu kürzen, sondern als wichtigen Beitrag zu Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt anzuerkennen und zu fördern.
  • alle Träger der Kinder- und Jugendhilfe auf, Vielfalt und geschlechtliche sowie sexuelle Selbstbestimmung als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Arbeit zu verankern und entsprechende Qualifizierungsmöglichkeiten auszubauen.

Queere Jugendarbeit ist kein Sonderinteresse einzelner Gruppen. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen, diskriminierungssensiblen und inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. Wer junge Menschen stärken will, muss die Strukturen stärken, die ihnen Schutz, Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen.

Für Rückfragen steht Ihnen Lars Bergmann vom Landesverband AndersARTiG e.V. unter lars.bergmann@andersartig.info bzw. 01525 – 5347597 zur Verfügung. 


Die Organisationen erreichen Sie unter: 

KuKMA – Kontakt- und Koordinierungsstelle Mädchen*Arbeit im Land Brandenburg

Träger: Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V.
Alina Bongk, Projektleitung KuKMA
Alter Markt 6 │14467 Potsdam
E-Mail: info@kukma.de

Landesverband AndersARTiG e.V. 

Lars Bergmann, Geschäftsleitung
Dortutstraße 71A │14467 Potsdam
E-Mail: mail@andersartig.info

Landesjugendring Brandenburg e.V. 

Toni Marer – Projekt „Zukunft mit Machen“
Breite Straße 7a | 14467 Potsdam
E-Mail: perspektiven@ljr-brandenburg.de

Katrin Krumrey – Kinder- und Jugendbeauftragte des Landes Brandenburg

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Heinrich-Mann-Allee 107 | 14473 Potsdam
E-Mail: katrin.krumrey@mbjs.brandenburg.de

Pressemitteilung | Die Prignitz zeigt Vielfalt, Pritzwalk bleibt außen vor

Pressemitteilung zur LesBI*Schwulen T*our 2026

Potsdam, den 21. August 2026

Vom 29. August bis 5. September 2026 macht die LesBI*Schwule T*our Station in der Prignitz. Die Antidiskriminierungskampagne des Landesverbandes AndersARTiG e.V. setzt sich seit 1998 für Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, für Demokratie sowie für den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung ein. Seit 2017 ist die Tour Bestandteil des Aktionsplans Queeres Brandenburg.

Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Kampagne wird der Besuch des brandenburgischen Ministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke, am Donnerstag in Wittstock/Dosse sein. Der Minister unterstreicht damit die Bedeutung von Antidiskriminierungsarbeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt gerade auch im ländlichen Raum.

Die LesBI*Schwule T*our trifft in der Prignitz auf zahlreiche engagierte Partner_innen. Unterstützt wird die Kampagne unter anderem durch die Städte Perleberg, Wittenberge, Wittstock/Dosse und Kyritz, die Gespräche, Begegnungen und Veranstaltungen vor Ort ermöglichen. Darüber hinaus tragen das Kulturkombinat Perleberg e.V., der Stadtclub Safari in Wittenberge, der CSD Prignitz sowie der Kreisjugendring Prignitz dazu bei, daß queere Themen, Kultur, Jugendarbeit und gesellschaftlicher Dialog sichtbar werden.

„Wir erleben an vielen Orten Offenheit, Interesse und die Bereitschaft, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dafür sind wir unseren Kooperationspartner_innen vor Ort außerordentlich dankbar“, erklärt Projektleiter Lars Bergmann.

Um so bemerkenswerter erscheint die Haltung der Stadt Pritzwalk. Die Stadt hat sämtliche vorgeschlagenen Aktivitäten im Rahmen des Tourbesuches abgelehnt. Betroffen sind sowohl ein Informationsstand als auch die beantragte Hissung der Regenbogenflagge am Rathaus. Zur Begründung teilte Bürgermeister Dr. Ronald Thiel mit, Hauptausschuß und Stadtverordnetenversammlung hätten entschieden, am betreffenden Tag „andere Schwerpunkte“ setzen zu wollen. Welche Schwerpunkte dies konkret sind, wurde nicht benannt.

Auch der Landkreis Prignitz lehnte eine Hissung der Regenbogenflagge vor dem Kreishaus ab und verwies auf die bestehenden Beflaggungsregelungen.

Der Landesverband AndersARTiG e.V. bedauert beide Entscheidungen. Die Regenbogenflagge steht weltweit für Menschenwürde, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade angesichts zunehmender Anfeindungen gegenüber queeren Menschen wäre ein sichtbares Zeichen der Unterstützung wünschenswert gewesen.

Besonders schwer nachvollziehbar erscheint die Entscheidung der Stadt Pritzwalk vor dem Hintergrund, daß die LesBI*Schwule T*our bereits früher erfolgreich mit der Stadt Pritzwalk zusammengearbeitet hat. Während beim Tourbesuch im Jahr 2017 sowohl ein Informationsstand als auch eine Hissung der Regenbogenflagge am Rathaus möglich waren, verweigert die Stadt heute selbst symbolische Formen der Unterstützung.

Dennoch blickt das Organisationsteam optimistisch auf die bevorstehende Woche. Die Vielzahl engagierter Partnerinnen und Partner zeigt, daß Vielfalt, Solidarität und demokratischer Zusammenhalt in der Prignitz auf breite Unterstützung treffen.

„Die Prignitz ist größer als manche Absage. Die vielen Menschen, Vereine, Kulturschaffenden, Verwaltungsmitarbeitenden und Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, die uns unterstützen, senden ein starkes Signal: Queere Menschen gehören selbstverständlich zu Brandenburg und selbstverständlich auch zur Prignitz.“


Weitere Informationen zur LesBI*Schwulen T*our finden Sie unter www.brandenburg-bleibt-bunt.de!

Pressemitteilung | Es zerreißt uns das Herz!

AndersARTiG zum islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD

Potsdam, den 27. Juli 2026

Nach dem abscheulichen Anschlag auf Teilnehmer*innen des Berliner CSDs erklärt Lars Bergmann, Geschäftsführer des Landesverbands AndersARTiG:

Es zerreißt uns das Herz, daß eine Person ihr Leben und 29 weitere ihre körperliche Unversehrtheit und Gesundheit verloren haben, nur weil sie friedlich für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt demonstriert haben. Unsere Anteilnahme und Solidarität gelten allen Opfern und ihren Angehörigen und Freund*innen. Wir verurteilen diesen Anschlag auf unsere queere Community und unsere demokratische Gesellschaft zutiefst.

Unsere Bewegung braucht nun Zeit und Raum für Trauer und Anteilnahme. Keinesfalls werden wir es aber zulassen, daß unsere Trauer und Fassungslosigkeit für politische Hetze instrumentalisiert werden. Daher rufen wir alle Menschen sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Communities zur Besonnenheit auf. Lassen wir uns nicht spalten und widerstehen wir gemeinsam der Versuchung allzu einfacher Pauschalurteile. Queerfeindlichkeit besser zu bekämpfen und die Ursachen besser, umfassender und frühzeitiger zu erkennen, ist das Gebot der Stunde. Unsere Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt betreibt hierfür das Monitoring zu Queerfeindlichkeit in Brandenburg.

Dieser feige Angriff galt der ganzen Gesellschaft und unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Wahr ist aber auch, daß sich der Attentäter mit dem Berliner CSD gezielt eine besonders verletzliche gesellschaftliche Gruppe zum Ziel seines Anschlags genommen hat. Die Art und Weise, wie sich Politik und Gesellschaft ob auf kommunaler Ebene, auf Landes- oder Bundesebene nun mit den Folgen auseinandersetzen, wird aus queerer Perspektive also besonders aufmerksam verfolgt. Die Frage, wie es mit unserem Land weitergeht, hängt nicht zuletzt auch damit ab, wie man mit queeren Menschen umgeht und welche Maßnahmen man ergreift oder im Lichte dieses feigen Anschlags dann doch lieber unterläßt.

Es ist daher aus unserer Sicht ein fatales Signal, wenn Bildungs- und Aufklärungsprojekte an Schulen gekürzt und Beratungsangebote weiterhin prekär finanziert werden. Der Anschlag auf den Berliner CSD und auch die Bedrohungslagen auf den Brandenburger CSDs, wie auch allgemein im ländlichen Raum Ostdeutschlands zeigen, daß es falsch ist, Projekte, die sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren, die Queeres Leben überhaupt erst sichtbar machen, zu kürzen oder zu streichen.

Die Bundesregierung rufen wir daher auf, die Streichung der Mittel für das Jugendnetzwerk Lambda, sowie das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ zurückzunehmen und endlich Anstrengungen zu unternehmen, das Grundgesetz im Artikel 3 um die Merkmale der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität zu erweitern.

Die Brandenburger Landesregierung fordern wir auf, den von ihr fortgeführten Aktionsplan Queeres Brandenburg kraftvoll voranzutreiben und die dort formulierten Maßnahmen und Zielsetzungen bedarfsgerecht und langfristig zu finanzieren und in Partnerschaft mit der queeren Community umzusetzen, anstatt den Rotstift anzusetzen, wie es für die laufenden Haushaltsverhandlungen angekündigt ist.

Dann kann vielleicht der seit Sonnabend erschütterte Glaube daran, daß wirklich jeder in der Wahrnehmung seinerihrer Grundrechte geschützt wird und der Staat dazu beiträgt den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen, wieder gefestigt werden.

#IDAHOBIT 2026 – Wegducken gilt nicht!

AndersARTiG zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit

Am 17. Mai jährt sich zum 22. Mal der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter* und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Der Tag erinnert an den 17. Mai 1990, an dem die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu werten. Zugleich bietet er Anlass, der Opfer queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt zu gedenken. Im Land Brandenburg sind im Zuge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung queere Menschen seit einigen Jahren wieder vermehr Ziel queerfeindlich motivierter Gewalttaten. In ihrem Monitoring registrierte die beim Landesverband AndersARTiG angegliederte Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt insgesamt 589 Meldungen zu queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt für das Jahr 2025. Dies entspricht einem erneuten Anstieg von rd. 17 Prozent ggü. dem Vorjahr. Damit kommen 23 queerfeindliche Taten auf 100.000 Einwohner. Fälle von queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt im digitalen Raum rangieren neben Vorfällen im öffentlichen Raum und an Schulen auf den oberen Rängen.

Der Rechtsruck kommt klar im Alltag queerer Brandenburger*innen an. Wer, aufgrund seiner sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität nicht ins Bild passt, hat heute ein vielfach höheres Risiko, Diskriminierung und Gewalt zu erleben, als noch vor der Pandemie. Der damit einhergehende Verlust an Lebensqualität führt auch dazu, dass erste LSBTIQ-Brandenburger*innen das Land verlassen und wegziehen. Demgegenüber stehen die queeren Communities, die vor allem mit Demonstrationen und Veranstaltungen dagegenhalten. Binnen weniger Jahre hat sich die Anzahl von CSD- und Pride-Veranstaltungen im Land nahezu vervierfacht. Im laufenden Jahr werden voraussichtlich 26 CSDs und Pride-Events in Brandenburg stattfinden.

Hierzu erklärt Lars Bergmann, Leiter der Fachstelle für geschlechtliche & sexuelle Vielfalt:

Es stimmt uns kämpferisch, dass queere Menschen vor Ort sich nicht in die Unsichtbarkeit drängen lassen, sondern aufstehen und sich für ihre Belange und für eine vielfältige Gesellschaft couragiert engagieren. Was wir allerdings auch brauchen, ist eine verlässliche Infrastruktur an Beratungs- und Anlaufstellen, queere Jugend- und Bildungsarbeit vor allem in den ländlichen Räumen. Dem Problem des Rechtsextremismus und der Queerfeindlichkeit werden wir nur dann kraftvoll begegnen können, wenn  alle Landkreise sowie Städte und Gemeinden ihrer Verantwortung endlich gerecht werden und diese Ziele auch finanziell unterstützen. Bislang schiebt man da gerne die Verantwortung dem Land zu und übt sich lediglich in symbolpolitischen Aktivitäten. Es nützt aber niemandem, wenn die Regenbogenflagge gehisst wird, ansonsten aber Fehlanzeige herrscht, wenn man queere Beratungsstellen sucht. Der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht eine Privatangelegenheit derer, die betroffen sind. Der Landesverband AndersARTiG hat vor einiger Zeit hierzu eine Rahmenkonzeption vorgelegt, wie der Aktionsplan Queeres Brandenburg auf der kommunalen Ebene wirksam umgesetzt werden kann. Im Moment fehlen dazu, wie so oft, die nötigen Mittel. Wir fordern daher auch die Landesregierung dazu auf, diese Anstrengungen zu unterstützen und insbesondere bei der Haushaltsaufstellung für 2027/2028 entsprechend zu berücksichtigen.


#IDAHOBIT2026

18.05. | 12 Uhr – Flaggenhissung am Landtag Brandenburg

Aus Anlaß des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit lädt die Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke am 18. Mai um 12 Uhr zur Hissung der Regenbogenflagge im Innenhof des Landtags Brandenburg ein.

Mehr Regenbogen für Alle!

AndersARTiG zum Start der CSD & Pride-Saison 2026

Insgesamt 25 CSDs und Pride-Events in Brandenburg stehen für das laufende Jahr in den Startlöchern. Die bereits im vergangenen Jahr erzielte Höchstmarke wird damit erneut überboten. Von der Prignitz bis zur Lausitz, von der Uckermark bis in den Fläming, aus dem Seenland Oder-Spree bis nach Rathenow an der Westgrenze Brandenburgs gehen vom April bis September größere und vor allem viele kleine CSDs und Pride-Veranstaltungen über die Bühne.

Mit dabei sind viele der größeren Städte Brandenburgs, wie Potsdam, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) (gemeinsam mit Słubice) und Cottbus, aber auch viele mittlere und kleine Orte machen erstmals in diesem Jahr mit eigenen Events von sich reden, so z.B. Golßen, Storkow, Königs Wusterhausen und voraussichtlich Templin gehen erstmals an den Start und möchten zeigen, daß auch im kleinstädtischen und eher ländlichen Regionen queeres Leben nicht nur stattfindet, sondern auch eine Perspektive hat.  

Vor dem Hintergrund der allgemeinen gesellschaftlichen Lage ist diese Entwicklung umso bemerkenswerter. Während queerfeindliche und vielfaltskritische Positionen nicht nur erheblich an Einfluß auf die gesellschaftliche Debatte gewonnen haben, zeigen die queeren Brandenburger Communities, dass sie sich nicht unterkriegen oder unsichtbar machen lassen. 

Lars Bergmann, Geschäftsführer des Landesverband AndersARTiG erklärt:

„Angesichts der alarmierenden Daten zu queerfeindlicher Gewalt im Land Brandenburg, ist es ermutigend zu sehen, daß es nicht Angst, sondern Courage und Engagement sind, mit denen queere Brandenburger*innen auf diese Entwicklungen reagieren. Jetzt ist die Zeit, in der wir unsere Rechte und unsere Sichtbarkeit verteidigen müssen. Das haben alle erkannt und angesichts der zahlreichen Aktionen und dem leidenschaftlichen Engagement vieler Ehrenamtlicher im Land für Gleichberechtigung, für Teilhabe und Mitbestimmung und gegen Diskriminierung und Hass, bin ich zuversichtlich, daß es uns das auch gelingt!“

Das „queere Hinterland“ – wie es der Rheinsberger CSD im vergangenen Jahr betitelte – setzt sich friedlich, kreativ und laut zur Wehr gegen die zunehmende Bedrängung und Ausgrenzung vor allem von rechter Seite. 


Die Brandenburger Pride-Saison

Brand am Regenbogenkombinat Cottbus endet glimpflich

AndersARTiG zum mutmaßlichen Brandanschlag auf das Cottbuser Regenbogenkombinat

Am gestrigen Montag, den 20. Oktober 2025 ereignete sich in den Nachmittagsstunden ein mutmaßlicher Brandanschlag. Auf der Rückseite des Kulturzentrums „Bunte Welt“ in Cottbus-Sachsendorf, in dem u.a. das Regenbogenkombinat (RKB) Cottbus seine Räume hat, stand ein Papiercontainer in Flammen. Durch das beherzte Handeln von Ehrenamtlichen des RKB Cottbus, die unmittelbar zum Feuerlöscher eilten und der Cottbuser Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. So entstand jedoch ein weithin sichtbarer Sachschaden an der Fassade des Gebäudes. Bereits seit Monaten stehen Aktivitäten des Cottbuser CSD-Teams unter massiven verbalen Angriffen.

Vor allem rechte und rechtsextreme Gruppierungen agieren mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen, um sowohl queere Symbole als auch den CSD Cottbus selbst aus dem Stadtbild zu vertreiben. Im Zuge des für den 25. Oktober angekündigten CSD Cottbus wurden zwei von rechtsextremen Gruppen angekündigte Gegenkundgebungen bekannt. Flankiert werden diese Drohversuche von lokalen AfD-Vertreter_innen, die sich über die z.T. staatliche Förderung einzelner Aktivitäten im Rahmen des CSDs echauffieren. Im Kontext dieser Bedrohungen liegt die Vermutung nahe, dass das Feuer bewusst gelegt wurde und ein politisch motivierter Anschlag war.

Lars Bergmann, Geschäftsführer des Landesverband AndersARTiG erklärt:

Im Gepäck hat das Kampagnenteam die Regenbogenflagge, die wie in den Vorjahren an den Rathäusern der o.g. Städte gehißt werden soll. Aber hier zeigt sich, dass der gesellschaftliche Wandel auch an diesem Vorhaben nicht spurlos vorbeigeht. Was noch vor wenigen Jahren keiner Diskussion bedurfte, wird dieses Jahr zur Herausforderung. Denn längst nicht alle Städte sind bereit, ein Zeichen für Vielfalt zu setzen. So hat die Stadt Müncheberg die Flaggenhissung mit Verweis auf das Neutralitätsgebot abgelehnt. Die Stadt Altlandsberg hingegen nimmt die Flaggenverordnung als Vorwand und hisst ausschließlich hoheitliche Flaggen. Immerhin ermutigt die Courage, die Städte wie Strausberg und Bad Freienwalde (Oder), aber auch Landrat Gernot Schmidt für den Landkreis Märkisch-Oderland zeigen, dass queere Menschen auch hier zumindest für einen Tag im Jahr gesehen und adressiert werden.

Lars Bergmann, Projektleiter der LesBI*Schwulen T*our erklärt hierzu:

„Die wiederkehrenden Vandalismusvorfälle am RKB Cottbus in den vergangenen Monaten und die uns vorliegenden Meldungen zu queerfeindlichen Übergriffen in der Region lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass wir hier ein erhebliches Problem mit Rechtsextremismus haben. Mit dem heutigen mutmaßlichen Brandanschlag erreichen wir nun eine neue Qualität und Eskalationsstufe des Hasses. Es ist ein großes Glück, dass niemand verletzt wurde und lediglich ein Sachschaden zu beklagen ist. Es ist aber auch klar: Wer so agiert, nimmt den Schaden und den Tod von Menschen billigend in Kauf. Der Staat ist in der Pflicht, auch queere Menschen wirksam zu schützen. Die Zeit für politische Wursteleien, wie wir sie in den vergangenen Jahren teilweise erlebt haben, ist vorbei.“

Der Landesverband AndersARTiG e.V. ruft alle progressiven Kräfte der Gesellschaft auf:

Kommt am Sa, den 25. Oktober 2025 nach Cottbus zum CSD. Zeigt gemeinsam mit uns auf schöpferische Weise, dass wir das Feld nicht dem rechten Mob überlassen. Bieten wir allen Feind*innen der Demokratie solidarisch und geschlossen die Stirn.


Operation Broken Rainbow?

Pressemitteilung zur LesBI*Schwulen T*our 2025 vom 11. September 2025

Brandenburg bleibt bunt! – Das ist das Motto der LesBI*Schwulen T*our, die seit 1998 Jahr für Jahr durchs Land Brandenburg reist und für Akzeptanz sowie Respekt von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*, inter* und queeren (LSBTIQ) Menschen wirbt.

In diesem Jahr führt die Route vom 13. – 20. September 2025 in den Landkreis Märkisch-Oderland. Das Kampagnenteam, bestehend aus 15 Ehrenamtlichen, macht Halt in Strausberg, Müncheberg, Seelow, Altlandsberg, Bad Freienwalde (Oder) und Wriezen und wird an Infoständen, in Aufklärungsveranstaltungen an Schulen und Jugendclubs, in Fachkräftefortbildungen und Kulturveranstaltungen über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt informieren und aufklären. Der Auftakt der LesBISchwulen Tour findet bereits am Sa, 13. September 2025 ab 12 Uhr in Potsdam in der Brandenburger Straße / Hermann-Elflein-Straße mit Dragperformances, Tombola und Redebeiträgen statt.

Im Gepäck hat das Kampagnenteam die Regenbogenflagge, die wie in den Vorjahren an den Rathäusern der o.g. Städte gehißt werden soll. Aber hier zeigt sich, dass der gesellschaftliche Wandel auch an diesem Vorhaben nicht spurlos vorbeigeht. Was noch vor wenigen Jahren keiner Diskussion bedurfte, wird dieses Jahr zur Herausforderung. Denn längst nicht alle Städte sind bereit, ein Zeichen für Vielfalt zu setzen. So hat die Stadt Müncheberg die Flaggenhissung mit Verweis auf das Neutralitätsgebot abgelehnt. Die Stadt Altlandsberg hingegen nimmt die Flaggenverordnung als Vorwand und hisst ausschließlich hoheitliche Flaggen. Immerhin ermutigt die Courage, die Städte wie Strausberg und Bad Freienwalde (Oder), aber auch Landrat Gernot Schmidt für den Landkreis Märkisch-Oderland zeigen, dass queere Menschen auch hier zumindest für einen Tag im Jahr gesehen und adressiert werden.

Lars Bergmann, Projektleiter der LesBI*Schwulen T*our erklärt hierzu:

"Dass wir heute, wie in den Anfängen der Tour, darum ringen müssen, ob die Regenbogenflagge vor einem Rathaus wehen darf oder nicht, ist bedrückend und für uns ein Zeichen für die zunehmende Drift in autoritäre politische Vorstellungen. Die Flagge hingegen bezieht Position für das Leben und die Eintracht und Gleichberechtigung unter den Menschen, Werte, die unsere Verfassung und das Grundgesetz als Staatsziele definieren. Die Flagge am Rathaus soll queeren Menschen vor Ort Mut machen und ihre Belange in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Wer sich dazu nicht wenigstens an einigen Tagen im Jahr bekennen kann, tut mir leid."

Die LesBI*Schwule T*our 2025 wird gefördert von der Landesgleichstellungsbeauftragten des Landes Brandenburg Dr. Uta Kletzing.


Bildung bald ohne Regenbogen?

MBJS blockiert queere Bildungsangebote an Brandenburger Schulen

Daß es um die queere Bildungs- und Aufklärungsarbeit im Land Brandenburg politisch nicht gut bestellt ist, ist schon seit längerem kein Geheimnis. Bereits 2022 erließ das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport eine neue Förderrichtlinie, die im Bereich der Bildung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt vollständig an der brandenburgischen Schulwirklichkeit vorbeigeht. Seitdem ist das Ziel nicht mehr die umfassende und auf Kontinuität und pädagogische Nachhaltigkeit fokussierende Ansprache der verschiedenen Zielgruppen an den Schulen mit unterschiedlichen Angeboten, sondern die Ableistung möglichst vieler Einzelveranstaltungen, bei Deckelung der Kosten pro Veranstaltung. Um die wenig erquickliche Fördersumme von 53.000,- EUR zu erhalten, mußten seitdem mehr als doppelt so viele Workshopangebote umgesetzt werden, als noch 2021 verabredet waren.

Der Förderantrag für 2025 liegt seit 10 Monaten ohne Entscheidung beim Bildungsministerium. Die finanzielle Unsicherheit führte inzwischen zur Kündigung des Projektleiters. Zudem erwägt das Ministerium eine Neubewertung der Bildungsarbeit zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, was die Zukunft des Projekts weiter ungewiß macht, während die Lage an Brandenburgs Schulen für queere Jugendliche und auch für die Ehrenamtlichen selbst von Jahr zu Jahr bedrohlicher wird. Eine Studie des Brandenburger Sozialministeriums zeigte bereits 2018, daß LSBTIQ-Jugendliche in Schulen stark von Diskriminierung und Mobbing betroffen sind. Meldungen zu queerfeindlicher Gewalt nehmen zu und Schulen werden für viele zum Angstraum. Die Folgen reichen von Schulverweigerung und psychischen Belastungen bis hin zu schlechteren Zukunftschancen, die sich teilweise bis weit ins Erwachsenenalter auswirken. Die Suizidrate liegt bei queeren Jugendlichen nach wie vor um 3 – 4 mal höher als im Schnitt aller Jugendlichen.

Gefragt sind ausgefeilte Konzepte, die die Schule als Lebens- und Erfahrungsort für alle Jugendlichen begreifbar machen und die Jugendliche, Eltern, Lehr- und Fachkräfte gleichermaßen befähigen, informiert, fachlich und empathisch mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt umzugehen. Das gilt auch für den Umgang mit Regenbogenfamilien und queeren Lehr- und Fachkräften.

Lars Bergmann, Geschäftsführer des Landesverbands AndersARTiG e.V. erklärt hierzu:

„Landesverfassung und Schulgesetz, der Rahmenlehrplan und der vom MBJS mitgetragene Aktionsplan Queeres Brandenburg verpflichten dazu, queere Jugendliche, Lehrkräfte und Regenbogenfamilien vor Übergriffen und Diskriminierung zu schützen. Für die queere Bildungsarbeit bedarf es einer hohen Fachlichkeit, Erfahrung und Geschick im Umgang mit den oft widerstreitenden Interessen von Eltern, Schüler*innen, Lehrkräften und Schulleitung. Das alles fällt nicht vom Himmel, sondern wurde in über 30 Jahren didaktisch und methodisch entwickelt und erprobt. Hinzu kommt die außerordentlich weitverzweigte Vernetzung, die wir in unserer langjährigen Arbeit erreicht haben. Das alles ist für Brandenburg ein kostbarer Schatz, den es zu bewahren und weiter auszubauen gilt, wollen wir die hochgesteckten Ziele, die sich auch Aktionsplänen und der Verfassung ergeben erreichen. Man kann eine solche Aufgabe nicht umsetzen, wenn man Jahr für Jahr bis weit in den Sommer hinein im Unklaren gelassen wird, ob man überhaupt Förderung erhält.  Was wir brauchen, ist eine leistungsfähige Koordinierung, Entwicklung und Umsetzung queerer Bildungsformate, die der queerfeindlichen Propaganda, die heutzutage Klassenzimmer,  Schulhöfe, Elternversammlungen und teils auch Lehrerkollegien vergiftet etwas entgegenzusetzen hat. Dazu ist eine ist eine verläßliche. bedarfsgerechte und der Schulwirklichkeit entsprechende Finanzierung und Personalausstattung ebenso erforderlich, wie ein Bildungsministerium, das mit uns an einem Strang zieht und uns die nötige Sicherheit gibt, unsere Arbeit zu machen.“


21.11. | non-binär-Treff Cottbus

Wenn du dich als non-binär identifizierst oder dir mit deiner Geschlechtsidentität nicht ganz sicher bist, dann fühle dich herzlich eingeladen. Generell geht es darum, sich zu treffen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Also liebe*r Enbys, genderfluide Individuen, agender Personen und genderqueerer Menschen: für euch stehen die Türen im Regenbogenkombinat Cottbus ab 19 Uhr für den Regenbogen-Treffpunkt Cottbus offen.

Wenn du dich mit bestimmten Pronomen oder Anreden unwohl fühlst oder gern für dich herausfinden willst, ob du dich mit anderen Pronomen & Anreden wohlfühlst, dann könnte das der Raum für dich sein.

Veranstaltungsdaten

  • 📅 Wann: Donnerstag, 21. November 2024
  • 🕛 19.00 Uhr20.30 Uhr
  • 📍Wo: Regenbogenkombinat Cottbus, Thierbacher Straße 21, 03048 Cottbus
  • 👥 Wer: nichtbinäre, transgender, genderfluide, agender Personen

Veranstalter_in:

Diese Veranstaltung wird vom CSD Cottbus e.V. durchgeführt. Nähere Informationen findest Du auf der Homepage des Vereins.

20.11. | Gemeinsam bunt in Beeskow

JoVe & Co. e.V. lädt herzlich zum ersten Gruppentreffen und Beratung im östlichen ländlichen Brandenburger Raum in Beeskow ein genauer gesagt am Soziokulturellen BegegnungsOrt – Bumerang e.V. An diesem Tag werden der Verein, die Arbeit und die Ziele von JoVe & Co. e.V. vorgestellt. Ziel ist es, Orte der Begegnung und des Austausches zu schaffen. Dabei gibt es Gelegenheit ins Gespräch zu kommen und sich über Fragen auszutauschen wie: Was wünschst du dir? Was brauchst du? Wie stellst du dir ein lebenswertes Leben unter dem Regenbogen in deiner Umgebung vor?

Gemeinsam sollen nicht nur Antworten gefunden, sondern auch konkrete Schritte zur Umsetzung erarbeitet werden. Komm vorbei und gestalte aktiv mit!

Veranstaltungsdaten

  • 📅 Wann: Mittwoch, 20. November 2024
  • 🕛 ab 16.30 Uhr
  • 📍Wo: Soziokultureller BegegnungsOrt – Bumerang e.V., Brandstraße 52, 15848 Beeskow
  • 👥 Wer: Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen

Veranstalter_in:

Diese Veranstaltung wird vom Verein JoVe & Co i.G. durchgeführt. Nähere Informationen erhältst auf der Webseite des Gruppe!