Zum Selbstverständnis der Arbeit der LKS

Erklärung des AndersARTiG-Teams

Seit ihrer Gründung 1994 folgt die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange den Grundsätzen demokratischer Teilhabe und Mitbestimmung aller Ratsuchenden, gleich ob es sich um Vereine, Gruppen oder einzelne Personen handelt. Jede_r ist willkommen, nicht nur die Angebote der LKS für sich zu nutzen, sondern auch eigene Ideen zu verwirklichen und sich unsere Räume als Aktionsort anzueignen. Dies gilt für alle Projekte und ist ein Wesensmerkmal der Arbeit des Landesverbands AndersARTiG. Wir bezeichnen das als Politik der offenen Türen.

Die LKS, ihre Angebote und Leistungen sollen allen lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen, ihren Angehörigen und Freund_innen zu Gute kommen und dabei helfen, ihr queeres Leben und alle damit verbundenen Fragen und Problemstellungen gut zu meistern, sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu wehren und sich zu artikulieren. Im Kontext professioneller klientenzentrierter Beratung, Struktur- und Organisationsberatung oder mit Hilfe unserer Expertise im Rahmen von Fachkräftequalifizierungen schaffen wir die Voraussetzungen, daß Menschen nicht nur in unseren Räumen, sondern an jedem Ort ihre Rechte mutig einfordern und ihre politischen, sozialen und kulturellen Interessen couragiert artikulieren.

Voraussetzung für diese Form sozialer, partizipativer Arbeit sind einige wichtige Grundsätze, auf die wir uns mit der LSBTIQ-Community im Land Brandenburg geeinigt haben. Die Achtung und Wahrung der jeweiligen Grenzen, respektvolles und solidarisches Zusammenarbeiten, die Achtung sowohl der Gemeinsamkeiten als auch der Unterschiedlichkeiten, sowie der Verzicht auf jede Form von Gewalt, sind die Voraussetzung dafür, daß die LKS als communitybasiertes Projekt funktionieren kann. Sie ist ein offener, aber hinsichtlich Gewalt und Diskriminierungen geschützter Raum. Wer absichtlich und fortgesetzt außerhalb dieses Werte- und Handlungsrahmens agiert, kann nicht Teil dieser LKS sein.

Wir sind uns darüber bewußt, daß ein Hausverbot die schärfste disziplinarische Maßnahme ist, die wir nur dann ergreifen dürfen, wenn alle vorangegangenen Maßnahmen und Ermahnungen fruchtlos geblieben sind. Ein Hausverbot hat für uns zuvorderst die Funktion, Klient_innen, ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter_innen, sowie Kooperationspartner_innen in unseren Räumen vor Diskriminierung und gewaltvollen Übergriffen zu schützen.

In den 25 Jahren des Bestehens der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange des Landes Brandenburg mußten wir nur ein einziges Mal ein Hausverbot gegen eine Einzelperson aussprechen. Dies ist uns keineswegs leichtgefallen, denn eines steht auch fest, ein Ausschluß egal wie berechtigt er sein mag, bleibt ein Ausschluß. Aus diesem Grund haben wir sowohl gegenüber der LSBTIQ-Community als auch gegenüber dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg diese Entscheidung transparent dokumentiert.

Anne Werner, Eric Fattler und Julia Steckhan für den Landesvorstand 
Lars Bergmann für die Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange

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