Eine Analyse zu Brandenburg

zum 10. IDAHOT

Liebe Freund_innen, sehr geehrte Kolleg_innen, sehr geehrte Menschen,

anläßlich des 10. Internationalen Tages gegen Homophobie und Trans*phobie erlaube ich mir heute statt einer knappen Presseerklärung eine etwas umfassendere persönliche Analyse der derzeitigen Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* Menschen (kurz LSBT) im Land Brandenburg. Wohlgemerkt meine persönliche Einschätzung, die ich gerne hier mit Ihnen und Euch teilen möchte.

Der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie findet seit 2005 jährlich am 17. Mai statt, in Erinnerung an den 17. Mai 1990 als die Weltgesundheitsorganisation WHO beschloß, Homosexualität von der Liste der Krankheiten zu streichen.

„Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden“ so sagt die Verfassung des Landes Brandenburg. Ein Satz (zugleich Verpflichtung), der keinen Interpretationsspielraum zuläßt. Und doch – wenn wir die Lebenssituation von LSBT-Menschen in Brandenburg beleuchten – dann drängt sich unweigerlich die Erkenntnis auf, was Politik mit dem Begriff Staatszielbestimmung meint.

Klar ist die Erkenntnis, daß es früher – vor 20 oder 30 Jahren – viel schlimmer bestellt war um die Lebenssituation von LSBT-Menschen; daß Homophobie und Trans*phobie augenscheinlich viel schlimmere, viel sichtbarere Folgen und Auswüchse hatte als heute. Die Folgen waren deutlich zu sehen. Homophobie und Trans*phobie als sichtbare Wunden, Blutige Knochenbrüche und Hämatome, das brachte es sichtbar, grade zu fühlbar auf den Punkt. Unter dem menschenverachtenden Begriff Schwulen-Klatschen wurden Homosexuelle erniedrigt, beleidigt, bespuckt, fertig gemacht und gedemütigt. Heute – so die gelegentlich geäußerte Meinung – seien Homophobie und Trans*phobie vor allem ein Phänomen osteuropäischer oder afrikanischer Staaten. Da existiert das klare Bild von Gewalt bis hin zu Mord und Totschlag noch; da kommen Leute noch aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität ins Gefängnis, werden gefoltert und ermordet. Wenn Homophobie in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung als Phänomen hierzulande diskutiert wird, kann man sicher sein, daß das Stichwort Rußland nicht lange auf sich warten läßt. Man schiebt das Problemfeld Homo- und Trans*phobie weit weg, solidarisiert sich an Olympischen Spielen mit den Homosexuellen Rußlands und fordert Menschenrechte ein, die hierzulande in Verfassungen niedergeschrieben als Zeugnis herhalten, um unsere eigene Liberalität zu erweisen.

Homophobie und Trans*phobie – so wird gerne und oft behauptet – sei im Gesamtmaßstab in Deutschland, so auch in Brandenburg ein Phänomen, daß allenfalls im extremistischen oder fundamentalistisch religiösen Spektrum noch vorkomme (oder bedauerlicher Einzelfall, keineswegs jedoch die Regel sei) und ansonsten eigentlich im gesellschaftlichen Miteinander überwunden wurde. (welch Parallele zur Rassismus-Debatte!) Als Beweis für diese Geisteshaltung werden die allgegenwärtig vorkommenden Homosexuellen in Film, Fernsehen, Politik und Presse, Kunst und Musik beigebracht. Sicherlich haben Anne Will, Klaus Wowereit, Olivia Jones, Hape Kerkeling und viele andere ihren Beitrag zur öffentlichen Haltung gegenüber LSBT-Menschen geleistet und dieser Beitrag ist nicht zu unterschätzen. Jedoch werden Sie allzuoft, wenn Sie in Ihrer Identität als LSBT-Menschen betrachtet werden, mit denselben klischeehaften, beschwichtigenden, unbrauchbaren, stereotypisierenden, exotisierenden und allenthalben homophoben bzw. trans*phoben Äußerungen und Formulierungen bedacht.

Homo- und Trans*phobie kommen heute wohlgefälliger, unscheinbarer und uneindeutiger daher. Sie verstecken sich in Aussagen, die Homosexualität im Vergleich zu Heterosexualität als etwas „auch normales“ darstellen. Zu seiner Homosexualität „bekennt“ man sich (gleich einer politischen Gesinnung). Im falschen Körper ist man geboren. Biologistisch wird „Normalität“ von LSBT-Lebensweisen an Beispielen aus dem Tierreich hergeleitet. Dann müssen die schwulen Pinguine wieder einmal als Paradebeispiel herhalten oder Einzeller, die das (biologische) Geschlecht wechseln. Jemand, der_die sich im Betrieb unter Kolleg_innen zu seiner_ihrer Homosexualität „bekennt“, bekommt sogleich Glückwünsche für den aufgebrachten Mut. (Darin sich die Erkenntnis enthüllt, daß es mit der „Normalität“ nicht weit her sein kann, wenn man Mut braucht, etwas „normales“ zu tun). Sexualität, Liebe und Zuneigung werden zur „Privatsache“ erklärt. Man selbst reibe anderen Leuten ja auch nicht die eigene Heterosexualität unter die Nase. Wenn sich Freund und Freundin in der Straßenbahn gegenseitig heftig küssen, bleibt zwar auch ggf. ein unbehagliches Gefühl zurück, jedoch würde niemand die Frage ernsthaft stellen, warum das so öffentlich stattfindet oder ab das sein müsse. Ein Phänomen, das mindestens Lesben und Schwule allzugut kennen. Trans*Menschen werden in ihrer Identität nicht wahr- und ernstgenommen, was beim Gang auf die Toilette anfängt und in der medizinisch-psychologischen Diagnose einer „Störung der sexuellen Identität“ gipfelt.

Das ist die normative Schranke, die uns LSBT-Menschen auferlegt, gefälligst unscheinbar mit dem Strom zu schwimmen, den gesellschaftlichen Normen entsprechend angepaßt zu sein, zufrieden zu sein mit dem Lebensraum der uns gesellschaftlich zugebilligt wird. Ihr seid okay, aber verhaltet Euch unauffällig. Schublade auf - Schublade zu. Wenn wir im Rahmen unserer Aufklärungsarbeit Schulen und Jugendclubs für LSBT-Aufklärungsworkshops anfragen, erhalten wir nicht selten die Rückmeldung, „das Problem haben wir hier nicht“ oder „An unserer Schule / Einrichtung gibt es keine Jugendlichen, die so sind.“ Das gleiche gilt für Beratungsstellen, Senioreneinrichtungen, Flüchtlingswohnheime und so fort. An uns denkt man in der Regel nur, „wenn noch Zeit bleibt“. Und das ist ein Thema, daß ich mühelos auf fast alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche, vom Blumenladen an der Ecke bis hin in die kleine und Politik tagtäglich wahrnehme. Wir finden politisch nur selten statt. Und wenn  wir als LSBT-Menschen stattfinden, dann sind wir in der Regel das schmückende Beiwerk einer wohlklingenden Volksrede, die wirkungslos vom eigenen Klang berauscht bleibt. 

Es ist ein fortschreitendes „Unsichtbar-werden“ von LSBT-Menschen im öffentlichen Raum Und das verfehlt seine giftige Wirkung nicht. Im Land Brandenburg ist eine Entwicklung im Gange, die dazu führt, daß sich das vormals teils recht öffentliche LSBT-Leben wieder ins Private, in Wohnungen, Freund_innenkreise, ins Internet verlagert. Vereine, Gruppen, Partys, Cafés, die es zumindest in den größeren Brandenburger Städten gab, machen zu, lösen sich auf, verschwinden. Die damit verbundene Sichtbarkeit wird zu Unsichtbarkeit. LSBT-Leben zieht ins Private und da lebt man es aus. Nicht auf Arbeit, nicht in der Schule, nicht im öffentlichen Raum findet für viele LSBT-Menschen Ihre Identität statt, sondern in den eigenen vier Wänden. Der täglich implizit und explizit geforderte Anpassung an die gesellschaftlichen Normen wird übernommen und verinnerlicht, sie führt zu Assimilationsprozessen und begrenzt damit die eigenen Wertehorizonte von LSBT-Menschen und es gibt nicht wenige LSBT-Menschen, die aus voller Überzeugung, der Meinung sind, heutzutage sei es nicht mehr erforderlich sich politisch zu engagieren. Man könne sein Leben doch in Einklang mit den gesellschaftlichen Bedingungen ganz gut leben, heiraten, Kinder kriegen und die sexuelle Orientierung müsse man auch nicht vor sich her tragen.  Das sei schließlich privat. 

Spannend wird es dann, wenn dafür die Rechnung fällig wird. Schöne Reden mögen wirkungsvoll klingen und doch zeigt sich am Ende, was von wohlmeinenden persönlichen und politischen Bekenntnissen übrig bleibt, wenn Politik, wenn Gesellschaft Farbe bekennen muß. Das zeigt sich augenblicklich sehr deutlich an der Bildungsplandebatte in Baden-Württemberg, die immerhin mehrere tausend Menschen auf die Straße getrieben hat, um gegen die „Ideologie des Regenbogens“ (was immer das heißt) zu demonstrieren. Da ist sie wieder, die häßlich gut erkennbare Fratze der Homo- und Trans*phobie, die mit offenem Visier randaliert und uns LSBT-Menschen zu Abnormitäten abstempeln möchte. Man selbst ist „tolerant“, nur andere diskriminieren. Und wo Diskriminierung stattfindet, tarnt sie sich vor lauter Feigheit als provokative Meinungsäußerung, nach dem Rezept

„Ich habe ja nichts gegen <Minderheit>, aber das die immer so <Klischee> sein müssen.“

Man selbst kann nicht homophob sein, schließlich geht man ja öfter mal nach der Arbeit was trinken mit dem Kollegen, „der auch schwul ist“ und „viel netter und charmanter als die Männer“, die man sonst so trifft. Homophobie bleibt immer ein Problem der anderen. Diskriminierung ist in den überwiegenden Fällen keine bewußte Entscheidung, sondern eher der unbeabsichtigte Ausfluß einer verzerrten auf falscher Grundlage,  äußerlichen Zuschreibungen und Klischeevorstellungen basierenden Geisteshaltung.

So wie das Wort „schwul“ auf dem Schulhof nur selten dazu gebraucht wird, die sexuelle Orientierung des Gegenübers zu beschreiben, sondern viel mehr diese oder jene Angelegenheit, Sache oder Aktivität als „lahm“, „blöd“ oder „uncool“ zu charakterisieren, schlägt die Homo- und Trans*phobie meist nicht mehr blutige für jeden sichtbare Wunden sondern verletzt innerlich – unsichtbar – all diejenigen, die tatsächlich lesbisch, schwul, bisexuell oder trans* sind und dadurch als Personen entwertet werden. Es sind psychische, emotionale Wunden, die oft nicht zu sehen sind, die aber nicht weniger schmerzen. Eine Lehrer_in sagte mir zur Rechtfertigung, das Wort sei nur eine Hülse und sage nichts aus über die tatsächliche Haltung ihrer Schüler_innen zu Lesben und Schwulen. Diese sei ihrer Meinung nach von Offenheit und Toleranz geprägt und da sind wir bei einem Lieblingswort gesellschaftlicher Debatte im Land Brandenburg.

Die Toleranz wird derart inflationär gebraucht, daß man meinen könnte, auch hier handele es sich um eine Worthülse und in der Tat ist diese Parallele nicht von ungefähr. Was den Jugendlichen ihr „schwul“ ist, ist den Erwachsenen ihre „Toleranz“.

So gibt es das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“, „Toleranzwochen“, „Feste der Toleranz“ „Lange Nächte der Toleranz“, „Bündnisse für Demokratie & Toleranz“, das „Toleranzedikt“ usw. usf.

Toleranz hat auch eine Entsprechung in der deutschen Sprache, es wird übersetzt als Duldsamkeit.

Also wiederhole ich nochmal in der deutschen Entsprechung, die zuvor genannten Beispiele. Es müßte demzufolge heißen: Handlungskonzept „Duldsames Brandenburg“, „Duldsamkeitswochen“, „Feste der Duldsamkeit“ „Lange Nächte der Duldsamkeit“, „Bündnisse für Demokratie & Duldsamkeit“, das „Duldsamkeitsedikt“

Duldsamkeit/Toleranz, insbesondere hinsichtlich sexueller und geschlechtlicher Identität hat nach meiner Auffassung folgenden Sinngehalt: Ich gehöre zur Mehrheit, aber ich nehme hin (ich muß damit leben), daß es Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans* Menschen gibt und das ist solange in Ordnung, wie meine Norm dadurch nicht in Frage gestellt wird. 

Nun wird (teils zu Recht) eingewendet, daß im Sprachgebrauch Toleranz synonym zu Akzeptanz verwendet wird und sozial eine andere Botschaft als ausgerechnet Duldsamkeit ausgesendet werden soll. Akzeptanz klingt wohlmeinender und befreit die Duldsamkeit von der tendenziösen Problembehaftung. Sie stellt sich jedenfalls im allgemeinen Sprachgebrach als neutrales bis wertschätzendes Annehmen (eben kein hinnehmen) von gesellschaftlichen Zuständen und Realitäten dar. Kurzum der Toleranz geht es, wie dem Adjektiv schwul, sie ist vermeintlich ganz anders und eigentlich oft nicht böse gemeint. Aber wie soll man das „eigentlich anders Gemeinte“ vom „vorsätzlich verächtlich Gemeinten“ unterscheiden? 

So ist es mit der Sprache, die zugleich immer Definitionsmacht ausübt. Sie trennt normal von abweichend, uns von den anderen, Frauen von Männern, sie macht alles was sich sprachlich zwischen männlich und weiblich befindet schwierig bis unmöglich, sie bewertet im Sinne der Norm Wertvolles und wertet ab, was deviant (also normabweichend) ist. Deshalb gilt der Sprache und insbesondere den gendersensiblen Sprache seit jeher in der LSBT-Bewegung große Aufmerksamkeit. Denn so, wie Sprache Gräben vertieft und die Gesellschaft in Wir und Ihr zu teilen imstande ist, so kann sie auch Brücken bauen, sichtbar machen, anerkennen und hervorheben, was an Vielfalt sonst unsichtbar wäre. So wie in diesem Text die Leser_innen nicht nur Leser sind, bediene ich mich und wir uns der Sprache als Definitionsinstrument, um denjenigen Gesicht und Stimme zu geben, die sonst unsichtbar blieben. 

Daß diese Verantwortung in uns allen liegt und die Fähigkeit Sprache bewußt in dieser Form zu gebrauchen, macht z.B. unsere Landesverfassung deutlich, die keinen Raum für Interpretation läßt und zugleich jede_n Brandenburger_in zu bewußtem Handeln auffordert. 

„Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden“

Daraus ergibt sich die Verpflichtung, der Ungleichbehandlung, der latenten und offenen Homo- und Trans*phobie, die es in vielfältiger Form gibt, Einhalt zu gebieten. Das fängt für jede_n einzelne_n  damit an, daß wir

  • bewußt mit Sprache umgehen
  • fragen stellen anstatt Behauptungen aufzustellen
  • unsere Unsicherheiten und Emotionen klar benennen
  • uns unserer eigenen Identität bewußt sind bzw. werden
  • mutig einschreiten, wo Diskriminierung und Gewalt stattfindet
  • Identitäten, die nicht unserer eigenen entsprechen, wertschätzend wahr- und ernstnehmen
  • Menschen in ihrer Gesamtheit wahrnehmen und nicht auf einzelne Merkmale reduzieren
  • widersprechen, wo gruppenbezogene Pauschalurteile gefällt werden

 Im gesellschaftlichen und politischen Kontext ergibt sich der Anspruch

  • Entscheidungen immer unter dem Gesichtspunkt der Gleichberechtigung zu treffen
  • Verschiedene Minderheiten nicht mehr oder weniger wichtig zu bewerten
  • Homophobie und Trans*phobie als Probleme in der Mitte der Gesellschaft zu benennen und dafür Verantwortung zu übernehmen
  • politisch für Sichtbarkeit, Partizipation und Teilhabe von LSBT-Menschen im Land Brandenburg zu wirken.
  • Räume und Plattformen zu ermöglichen und ausreichend finanzielle Mittel auf Landesebene in Kreisen und Städten zur Verfügung zu stellen, die einen Aufbau und Ausbau wirksamer LSBT-Strukturen ermöglichen.
  • Toleranz durch Respekt und Vielfalt abzulösen, denn geduldet werden wir bereits.

 Ja, es ist was dran an der Tatsache, daß wir es schon weit geschafft haben. Ich will anerkennen und wertschätzen, was das Land Brandenburg an rechtlicher Gleichstellung, was die Brandenburger Zivilgesellschaft an Projekten und Aktivitäten entfaltet hat und entfaltet, um gesellschaftliche Werte wie Offenheit, Respekt, Wertschätzung und Vielfalt zu fördern und verstetigen. Vieles an Rechten und Möglichkeiten ist für uns heute selbstverständlich. Es gibt diese grundsätzliche Liberalität, die vor 20 oder 30 Jahren nicht selbstverständlich war. Insofern kommen wir der Staatszielbestimmung der Gleichberechtigung ein Stück näher. Aber ist deshalb heute „alles schon gut“, wie man bisweilen hört? Ich sehe als Berater hier in der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange sehr viel häufiger, diejenigen Menschen, für die keineswegs alles gut ist. Diskriminierung, Mobbing, Behördenwillkür, Schikanen, Erniedrigungen, Beleidigungen - das sind Themen die ich fast täglich lese, höre.

Nein! Homo- und Trans*phobie sind nicht vergangene Probleme.

Sie treten nur gesellschaftskompatibler und augenscheinlich harmloser auf und sind dadurch immer schwerer zu benennen. Das verzerrt  mein Bild von der Lage zunächst natürlich auch, weil keine Person in unsere Beratungsstelle kommt um zu statistischen Zwecken mitzuteilen, daß es ihm_ihr gut geht in Brandenburg.

Ich weiß, es gibt die guten und ermutigenden Beispiele. Es gibt immer wieder tolle Berichte von Leuten, die ihr Coming-Out im Heimatort haben, dort offen als LSBT-Menschen leben und gute Erfahrungen machen. Sie bleiben Teil der Gesellschaft und werden respektiert. Und es sind nicht wenige, die so oder ähnlich berichten. Das macht auch mir Mut und gibt meiner Arbeit Sinn. 

Es klingt vielleicht überhöht, daß Freiheit und Gleichberechtigung jeden Tag aufs neue errungen werden müssen, aber da ist, wenn man Pathos beiseite nimmt, doch viel Wahres dran. Wir haben als Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen die Wahl, uns mit dem zu bescheiden, was uns die Gesellschaft derzeit an Bedingungen (positiven und negativen) bietet oder uns für Freiheit zu engagieren, die es möglich macht, an jedem Ort zu jeder Zeit diejenigen sein zu können, die wir sind. Dafür – davon bin ich überzeugt – lohnt es sich zu kämpfen und ich wünsche mir, daß wir uns darauf besinnen, was das Ziel der LSBT-Bewegung ist.

In diesem Sinne einen herzlich nachdenklichen Gruß zum Internationalen Tag gegen Homo- und Trans*phobie

Lars Bergmann

Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange des Landes Brandenburg

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