#IDAHOBIT 2026 – Wegducken gilt nicht!
AndersARTiG zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit
Am 17. Mai jährt sich zum 22. Mal der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter* und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Der Tag erinnert an den 17. Mai 1990, an dem die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu werten. Zugleich bietet er Anlass, der Opfer queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt zu gedenken. Im Land Brandenburg sind im Zuge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung queere Menschen seit einigen Jahren wieder vermehr Ziel queerfeindlich motivierter Gewalttaten. In ihrem Monitoring registrierte die beim Landesverband AndersARTiG angegliederte Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt insgesamt 589 Meldungen zu queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt für das Jahr 2025. Dies entspricht einem erneuten Anstieg von rd. 17 Prozent ggü. dem Vorjahr. Damit kommen 23 queerfeindliche Taten auf 100.000 Einwohner. Fälle von queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt im digitalen Raum rangieren neben Vorfällen im öffentlichen Raum und an Schulen auf den oberen Rängen.

Der Rechtsruck kommt klar im Alltag queerer Brandenburger*innen an. Wer, aufgrund seiner sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität nicht ins Bild passt, hat heute ein vielfach höheres Risiko, Diskriminierung und Gewalt zu erleben, als noch vor der Pandemie. Der damit einhergehende Verlust an Lebensqualität führt auch dazu, dass erste LSBTIQ-Brandenburger*innen das Land verlassen und wegziehen. Demgegenüber stehen die queeren Communities, die vor allem mit Demonstrationen und Veranstaltungen dagegenhalten. Binnen weniger Jahre hat sich die Anzahl von CSD- und Pride-Veranstaltungen im Land nahezu vervierfacht. Im laufenden Jahr werden voraussichtlich 26 CSDs und Pride-Events in Brandenburg stattfinden.
Hierzu erklärt Lars Bergmann, Leiter der Fachstelle für geschlechtliche & sexuelle Vielfalt:
Es stimmt uns kämpferisch, dass queere Menschen vor Ort sich nicht in die Unsichtbarkeit drängen lassen, sondern aufstehen und sich für ihre Belange und für eine vielfältige Gesellschaft couragiert engagieren. Was wir allerdings auch brauchen, ist eine verlässliche Infrastruktur an Beratungs- und Anlaufstellen, queere Jugend- und Bildungsarbeit vor allem in den ländlichen Räumen. Dem Problem des Rechtsextremismus und der Queerfeindlichkeit werden wir nur dann kraftvoll begegnen können, wenn alle Landkreise sowie Städte und Gemeinden ihrer Verantwortung endlich gerecht werden und diese Ziele auch finanziell unterstützen. Bislang schiebt man da gerne die Verantwortung dem Land zu und übt sich lediglich in symbolpolitischen Aktivitäten. Es nützt aber niemandem, wenn die Regenbogenflagge gehisst wird, ansonsten aber Fehlanzeige herrscht, wenn man queere Beratungsstellen sucht. Der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht eine Privatangelegenheit derer, die betroffen sind. Der Landesverband AndersARTiG hat vor einiger Zeit hierzu eine Rahmenkonzeption vorgelegt, wie der Aktionsplan Queeres Brandenburg auf der kommunalen Ebene wirksam umgesetzt werden kann. Im Moment fehlen dazu, wie so oft, die nötigen Mittel. Wir fordern daher auch die Landesregierung dazu auf, diese Anstrengungen zu unterstützen und insbesondere bei der Haushaltsaufstellung für 2027/2028 entsprechend zu berücksichtigen.
#IDAHOBIT2026
18.05. | 12 Uhr – Flaggenhissung am Landtag Brandenburg
Aus Anlaß des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*feindlichkeit lädt die Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke am 18. Mai um 12 Uhr zur Hissung der Regenbogenflagge im Innenhof des Landtags Brandenburg ein.
