Symbolpolitik allein reicht nicht!

Presseerklärung zum IDAHOBIT '21

[Potsdam, 14. Mai 2021] Am 17. Mai 2021 wird der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Trans*feindlichkeit (IDAHOBIT) begangen. Ein Aktionstag der Anlaß bietet, die oft prekären Lebenssituationen vieler Lesben, Schwuler, Bisexueller, Trans*, Inter* und queerer Menschen hierzulande und weltweit in den Blick zu nehmen. Ein Tag, der aber auch mahnt und erinnert, an diejenigen, die aufgrund queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt ihr Leben verloren haben.

Am Montag, 17. Mai 2021 wird um 12 Uhr im Beisein der stellvertretenden Landtagspräsidentin Barbara Richstein, sowie der Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz Anna Heyer-Stuffer, Abgeordneten des Landtages sowie Vertreter*innen der LSBTIQ-Communities im Land Brandenburg die Regenbogenfahne in einer feierlichen Veranstaltung gehißt. Ein Zeichen der Zuversicht, in einer von Entbehrung und Vereinzelung geprägten Zeit.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebenssituation queerer Brandenburger*innen sind schmerzhaft und unübersehbar. So sehr die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ihre Berechtigung hatten und haben, so wenig dürfen die Auswirkungen auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und Queere Menschen unterschätzt werden. Es bleibt nicht ohne Folgen, wenn auch noch die wenigen Nischen wegfallen und die Angebote, die sonst Schutz und Hilfe bieten plötzlich nicht mehr verfügbar sind. Vor allem psychische Belastungen, Einsamkeit, Isolationsgefühle, Hoffnungslosigkeit und ein alarmierender Anstieg an suizidgefährdeten Menschen sind direkte Folgen von Eindämmungsverordnungen, Lockdown-Maßnahmen und Social Distancing. Um diese Folgen abzumildern braucht es mehr als Symbolpolitik. Es braucht solide, verläßliche Rahmenbedingungen und eine bessere Finanzierung für die queeren Beratungs- und Bildungsangebote im Land.  

Nadine Bochert-Apfelbacher, Projektleiterin des Antidiskriminierungsprojektes „Bildung unter Regenbogen“ und Lars Bergmann, Leiter der Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Land Brandenburg erklären:

 „Die Beratungsanfragen steigen ins unermeßliche, die Anfragen unserer Aufklärungsworkshops und Fachkräfteveranstaltungen ebenso. Das was nicht mitwächst, sind die finanziellen Mittel. Das Land hat viele hundert Millionen Euro für Wirtschaftsbeihilfen bereitgestellt. Für den Bereich der sog. Freiwilligen Landesaufgaben, zu denen die Projekte der Queeren Community aber auch z.B. Frauenverbände, Mädchenprojekte, Beratungsstellen und, Antirassismus-Projekte gehören, also vor allem Initiativen, die sich um gesellschaftlichen Zusammenhalt bemühen, hören wir nichts. Wir fordern die Landesregierung auf, sich klar zu diesen, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbaren Projekten, zu bekennen, anstatt Kürzungspläne zu hegen, die nicht in unsere Landschaft passen.“

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