Volldampf voraus für queere Bildung

Brandenburg im Jahr 2019: seit 27 Jahren garantiert die Landesverfassung in Brandenburg zumindest rechtlich die Gleichbehandlung aller Bürger*innen, auch unabhängig von der sexuellen Orientierung und/oder der Geschlechtsidentität. Brandenburg war damals das erste Bundesland, das diese Aspekte mit in den Gleichbehandlungsgrundsatz seiner Verfassung aufnahm. Seit gut zwei Jahren können nun auch gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten. Trotz dieser wesentlichen Errungenschaften in der Gleichstellung von queeren Menschen, bleibt noch viel zu tun.

Auch das ist Brandenburg im Jahr 2019: Noch immer erleben gerade junge LSBTI*Q Menschen Anfeindungen, Ausgrenzungen und teilweise sogar Gewalt an Schulen. In einer aktuellen Studie des Landes Brandenburg aus dem Jahr 2018, gaben knapp die Hälfte der dort befragten LSBTI*Q Brandenburger*innen an, in den vergangenen fünf Jahren Diskriminierungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität erfahren zu haben. Hauptort dieser Diskriminierungserfahrungen sind dabei Brandenburger Schulen.

Aufklärungs- und Bildungsarbeit im Themenfeld sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für Schüler*innen, aber auch für Lehr- und pädagogische Fachkräfte an Schulen sowie für Eltern ist unabdingbar, um diesen Ausgrenzungen zu begegnen und Bildung für ALLE Schüler*innen in Brandenburg zu ermöglichen.

Der Landesverband AndersARTiG e.V. begrüßt es daher als ein wichtiges politisches Zeichen, dass das diese Aufklärungs- und Bildungsarbeit im aktuellen Haushaltplan 2019/2020 finanziell abgebildet wurde.

Im März 2019 nahm das Projekt „Bildung unterm Regenbogen" seine Arbeit auf. Aufklärungsarbeit zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt hingegen, gibt es schon seit 1995 im Landesverband AndersARTiG. Erstmals zum Schuljahr 2017/2018 erhielt das bis dahin rein ehrenamtliche Projekt „Schule unterm Regenbogen" eine Förderung aus dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. Als Nachfolgeprojekt läutet „Bildung unterm Regenbogen" nun eine neue Projektphase ein, die von einem bedeutenden Ausbau des Angebots vor allem um den Bereich der Lehr – und Fachkräftequalifizierungen gekennzeichnet ist. Ziel des Projektes ist es, queere Bildungsangebote im gesamten Land auszubauen.

Der Fokus des Projekts wird neben der Durchführung der bewährten Workshops für Schüler*innen vor allem auf dem Ausbau der Qualifizierungsangebote für Lehrer*innen und angehende Lehrkräfte im Referendariat liegen. Für eine größere Reichweite der Projektangebote im ländlichen Raum, vor allem aber zur Bewältigung der steigenden Nachfrage, wird der derzeitige Aufbau eines weiteren Ehrenamtlichen-Teams am Standort Cottbus sorgen. „Bildung unterm Regenbogen" hält zudem ein Angebot zur Fallberatung für Lehrkräfte bereit, die sich mit dem Coming-out von Schüler*innen konfrontiert sehen oder aber einfach in den Austausch treten möchten, wie sie ihre Schule und ihren Unterricht vielfältiger gestalten können.

Das Projekt „Bildung unterm Regenbogen" wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie von der AOK Nordost und Privatspenden finanziert.

Wir bedanken uns sehr bei allen Unterstützer*innen, Wegbegleiter*innen und vor allem den Fördermittelgebern, die es ermöglichten, dass „Bildung unterm Regenbogen" die wichtige Aufgabe der Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Land Brandenburg fortführen und das Leistungsspektrum wesentlich erweitern kann.

Ein besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Teamer*innen des Projekts für das unermüdliche Engagement und die wertvolle Arbeit! Wir blicken gespannt auf die neue Projektzeit!!!

Kontakt zum Projekt

Bildungs- und Aufklärungsprojekt „Bildung unterm Regenbogen"
℅ Regenbogenkombinat Brandenburg
Dortustraße 71A | 14467 Potsdam

Projektleiterin: Nadine Bochert-Apfelbacher
E-Mail: Nadine.Bochert-Apfelbacher@andersartig.info
Telefon: 0331 – 20 19 888

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