1. Brandenburger Trans*Tagung

in Potsdam vom 3.-5. Oktober 2014

[Potsdam, 01.10.2014] „Mitgemeint“ ist das Schlagwort, wenn über Trans* Menschen gesprochen wird. Allein, daß man „über“ Trans*Menschen spricht, anstatt sie selbst zu Wort kommen zu lassen, sagt viel darüber aus, wie es um die Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt steht. Das sollte anders sein, finden die Orga-Leute der ersten Brandenburger Trans*Tagung, die am 3. Oktober 2014 in Potsdam beginnt. Eine Trans*Tagung ist eine Plattform auf der Trans*Menschen selbst zu Wort kommen und in zahlreichen Workshops Wissen und Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Empowerment wird das Prinzip genannt, daß solchen Trans*Tagungen, die es z.B. auch in Berlin, Hamburg, München und Gießen gibt, zugrunde liegen. Es bezeichnet Strategien und Maßnahmen, die die Selbstverantwortung und Selbstbestimmung im Leben von Trans*Menschen und der Trans*Community erhöhen sollen und es ihnen ermöglicht, ihre Interessen eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten.

Von der Wirksamkeit dieses Konzeptes ist auch die Landeshauptstadt Potsdam überzeugt, die sowohl politisch als auch finanziell die Trans*Tagung von Anfang an vorbehaltlos und proaktiv unterstützt. Anders als das Brandenburger Sozialministerium, das nach längerem Zögern, eine Förderung dieser Veranstaltung abgesagt hat. Man sei inhaltlich nicht überzeugt vom Konzept und empfiehlt ein Tagungsformat für Fachkräfte und politische Entscheidungsträger_innen nach Abschluß der Regierungsbildung. Aus Sicht des Orga-Teams der Trans*Tagung nur ein weiteres Format, in dem abermals „Fachleute“ über die „Problemlagen“ von „Betroffenen“ reden können.

Um so besser, daß sich das Orga-Team nicht entmutigen ließ und auf anderen Wegen doch die Tagung zuwege bringt. Dank gilt vor allem den alternativen Projekten Potsdams, wie dem KuZe, dem konnte[:x]t, dem Madia, dem Buchladen Sputnik und der Olga und einigen anderen die alle ohne zu zögern ihre Unterstützung zugesagt haben. Dank gilt auch all den Helfer_innen, die dazu beitragen werden, daß die Tagung funktioniert, den Workshopreferent_innen, die ohne Honorar arbeiten und auch den Teilnehmenden, die oft mehr Teilnahmebeitrag bezahlt haben, als sie mußten. Mehr als 60 Teilnehmer_innen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum haben sich angemeldet. Rund 40 Helfer_innen und Workshopreferent_innen haben sich gemeldet, um die Tagung zu unterstützen.

Eins steht schon jetzt fest; daß es gelungen ist, über 100 Menschen für die erste Trans*Tagung in Brandenburg und in den neuen Bundesländern zu gewinnen, ist ein Erfolg, der die Sichtbarkeit von Trans*Menschen in Brandenburg deutlich erhöht und - so der Wunsch der Organistor_innen - auch langanhaltend zu mehr politischem Bewußtsein in Brandenburg führen wird.

Alle Informationen zur Trans*Tagung 2014 finden Sie auf:

www.transtagung-brandenburg.de  

Die Trans*Tagung 2014 wird gefördert aus Mitteln der Landeshauptstadt Potsdam, Mitteln des Landesverbands AndersARTiG e.V., sowie Teilnahmebeiträgen und Spenden.

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