Abkürzungen & Begriffe

 

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agender = Selbstbezeichnung für Menschen, die keine geschlechtliche Identität haben oder deren Geschlechtsidentität neutral ist oder/und sich nicht im Zweigeschlechtersystem wiederfinden; ähnlich verwendeter Begriff gender neutral.

 

Allosexualität, allosexuell = Menschen, die gegenüber anderen Menschen sexuelle Anziehung verspüren und ein Verlangen nach sexueller Interaktion mit anderen Menschen haben.

 

Asexualität, asexuell = Menschen, die keine oder eine sehr geringe sexuelle Anziehung zu anderen Menschen verspüren und wenig oder kein Verlangen nach sexueller Interaktion haben. Es gibt verschiedene Formen von Asexualtität. Viele asexuelle Menschen können sich durchaus verlieben und wollen Beziehungen führen. Bei Asexualität handelt es sich NICHT um: die Unfähigkeit zu lieben, sexuelle Enthaltsamkeit, Verdrängung von sexuellen Wünschen, Angst vor Nähe, Unfähigkeit eine_n Partner_in zu finden oder die körperliche Unfähigkeit sexuelle Erregung zu empfinden. Sexualität kann als eine Möglichkeit betrachtet werden, Gefühle in einer engen Beziehung auszudrücken, aber nicht als die einzige.

 

Bisexualität, bisexuell = Eine sexuelle Orientierung, die sich in ihrem Begehren in einem Zweigeschlechtersystem auf beide Geschlechter bezieht, also auf männlich und weiblich. Bisexuelle sind Männer und Frauen, die sich in Männer und Frauen verlieben und diese begehren können.

 

Cisgeschlechtlich = Cis – dt.: „diesseits“. Bezeichnung für Menschen, die sich dem Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde (siehe Geburtsgeschlecht).

 

Coming Out = Englisch für „herauskommen“. Coming-out heißt der Prozeß, in dem einer Person ihre sexuelle Orientierung oder ihre geschlechtliche Identität bewußt wird (= inneres Coming Out) und er_sie diese gegebenenfalls ihrem_seinem sozialen Umfeld mitteilt (= äußeres Coming Out). Ein Coming Out ist bedingt durch die heteronormative Struktur von Gesellschaft. Den nicht immer leichten Weg des Coming Out muß nur jemand gehen, der_die nicht in die gesellschaftlichen Normen zu Geschlechtskörper, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung paßt.

 

Crossdresser = Selbstbezeichnung von Personen, die Kleidungsstücke tragen, die nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht assoziiert werden. Das Tragen von Kleidung sagt nichts über die Geschlechtsidentität dieser Personen aus. Häufig wird es in Abgrenzung zum selteneren Begriff ‚Transvestit‘ verwendet.

 

CSD = abkürzend für Christopher-Street-Day. CSDs können Demonstrationen, Paraden oder Straßenfeste von LSBTIQ*-Menschen umfassen, auf denen für die Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt geworben wird. Seinen geschichtlichen Ursprung hat der CSD am 28. Juni 1969 in der Christopher Street in New York. An diesem Tag setzten sich Trans*-Menschen, Lesben, Bisexuelle und Schwule aktiv gegen willkürliche Polizeirazzien im Szene-Lokal Stonewall zur Wehr.

 

Diskriminierung, diskriminierend = Je nachdem, welcher gesellschaftlichen Gruppierung Menschen zugehörig sind oder/und von anderen eingeordnet werden in Bezug auf ihr Geschlecht, ihre sexuelle Orientierung, ihre körperliche/geistige/emotionale Verfaßtheit, ihren sozioökonomischen Status, ihre Hautfarbe, ihre Religion, ihre Erstsprache und hinsichtlich weiterer gesellschaftlicher Dimensionen, werden sie eher eingeschlossen, aufgewertet, bevorteilt und nicht-behindert oder eher ausgeschlossen, abgewertet, benachteiligt und behindert („gesellschaftlich“ weist darauf hin, daß es sich bei den Gruppierungen nicht um naturgegebene Gruppierungen handelt). In letzterem Fall spricht man von Diskriminierung. Diskriminierung tritt in verschiedenen Formen auf (z.B. Homophobie, Rassismus, Sexismus, Klassismus etc.), spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab (individuell | institutionell-strukturell | ideologisch-diskursiv) und äußert sich unterschiedlich (z.B. verbale/nonverbale Gewalt, Nicht-Mitgedacht-Werden, Chancenungleichheit, Ausschluß etc.). Menschen können aufgrund von Zugehörigkeit zu mehreren Gruppen diskriminiert werden (= Mehrfachdiskriminierung). Diskriminierung muß nicht als solche intendiert sein, noch muß sie direkt von Personen ausgehen, um als Diskriminierung zu gelten. Besonders institutionell-strukturelle Diskriminierung (z.B. durch Verwaltungsvorschriften; ungleicher Lohn bei gleicher Arbeit; fehlende Barrierefreiheit) und ideologisch-diskursive Diskriminierung (z.B. undifferenzierte, negative oder keine Repräsentation in Fernsehen, Kino, Zeitschriften, Büchern etc.; Reproduktion von Stereotypen und Vorurteilen; Nicht-Mitgedacht-Werden und Nicht-Sichtbar-Machen) werden in der öffentlichen Diskussion wenig bis gar nicht thematisiert.

 

Drag Kings =Drag Kings spielen mit und/oder hinterfragen Geschlechterrollen, -vorstellungen und –stereotypen von Mann-Sein auf der Bühne oder auf Partys – unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität oder ihrem Geschlechtsausdruck im Alltag. Dabei geht es häufig über ein bloßes ‚Verkleiden‘ hinaus.

 

Drag Queens = Drag Queens spielen mit und/oder hinterfragen Geschlechterrollen, -vorstellungen und –stereotypen von Frau-Sein auf der Bühne oder auf Partys – unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität oder ihrem Geschlechtsausdruck im Alltag. Dabei geht es häufig über ein bloßes ‚Verkleiden‘ hinaus.

 

Eingetragene Lebenspartnerschaft = Seit 01.August 2001 bestehende Form der rechtlichen Anerkennung lesbischer und schwuler Paare. Obwohl im Alltag häufig als „Homo-Ehe“ bezeichnet, handelt es sich bei der Eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht um „Ehe“ im rechtlichen Sinne. Dieses wird unter anderem daran deutlich, daß sie trotz vieler rechtlicher Angleichungen in den letzten Jahren immer noch nicht mit der „Ehe“ gleichgestellt ist (z. B. im Adoptionsrecht). Durch die Nicht-Öffnung der Ehe rutscht Deutschland in Europa immer weiter ans Ende der Skala der Gleichberechtigung von LSBTIQ* (Länder, in denen Lesben und Schwule sich ehelichen können: z.B. Slowenien, Irland, Niederlande, Kolumbien, USA, Spanien, Argentinien, Uruguay).   

 

Geburtsgeschlecht = Das Geschlecht, welches einem bei der Geburt von Ärzt_innen zugeschrieben wird, folglich welches Geschlecht in die Geburtsurkunde des Kindes (und spätere_n Erwachsene_n) eingetragen wird.

 

gender = Ein Begriff, der in der zweiten Hälfe des 20.Jhds. entstanden ist und starke Verbreitung gefunden hat, um deutlich zu machen, daß der Geschlechtskörper einer Person nicht festlegt, über welche Vorlieben, Fähigkeiten und Eigenschaften die Person verfügt. Er ermöglicht in besonderer Art und Weise Geschlecht in seiner sozialkulturellen Dimension zu thematisieren und zu untersuchen.

 

Gender gap = siehe Geschlechtergerechte Schreibweisen.

 

gender neutral = siehe agender.

 

Gender star = siehe Geschlechtergerechte Schreibweisen.

 

 

genderqueer = Selbstbezeichnung für Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen oder sich als weiblich und männlich identifizieren oder sich ganz jenseits des Zweigeschlechtersystems verorten oder/und deren Geschlechtsidentität fluide ist; ähnlich verwendete Begriffe: genderfluid, weder*noch; sowohl*als*auch.

 

Generisches Maskulinum = Schreib- und Sprechweise, die um über alle Geschlechter/Menschen zu reden, im Singular und im Plural nur die männliche Form verwendet und auf diese Weise nur Jungs und Männer benennt (z.B. „Studenten“, „Politiker“, „Sportler“, „Ärzte“, „Freunde“, „Kollegen“). Das Pendant hierzu ist das generische Femininum (z.B. „Studentinnen“, „Politikerin“, „Sportlerin“, „Ärztinnen“, „Freundinnen“, „Kolleginnen“), welches jedoch so gut wie nie angewendet wird um über eine Gruppe von Menschen zu reden, in denen nicht nur Frauen sind. Siehe Geschlechtergerechte Schreibweisen.

 

Geschlecht = Man unterscheidet zwischen der Ebene der Geschlechtsidentität, der Ebene des geschlechtlichen Ausdrucks und der Ebene des Geschlechtskörpers. Die drei Ebenen haben keine zwingende Verknüpfung miteinander. Als welches Geschlecht ich mich fühle (= Geschlechtsidentität) wird nicht bestimmt durch die mir gegebenen körperlichen Merkmale (= Geschlechtskörper: z.B. Chromosomensatz, Hormone, Organe). Ebenso besteht keine zwingende Verbindung zwischen der Geschlechtsidentität einer Person und ihren Vorlieben, Fähigkeiten, ihrer Art zu reden oder sich zu bewegen, sich zu kleiden oder sonstigen Formen und Möglichkeiten sich geschlechtlich auszudrücken (= Geschlechtsausdruck). Geschlechtsidentität, Geschlechtskörper und Geschlechtsausdruck sind nicht zwingend verknüpft mit dem Geburtsgeschlecht.

 

Geschlechtergerechte Schreibweisen = Das Sprechen von Menschen als „Studenten, Politikern, Sportlern, Ärzten, Freunden, Kollegen“ etc. stammt aus einer Zeit, in der Frauen noch nicht studieren durften, Politik nur von Männern gemacht wurde, es für sich für Frauen nicht gehörte sich aktiv sportlich zu betätigen, Frauen nicht Ärzte werden konnten und sie auf den Bereich von Familie und Heim beschränkt waren. Gesellschaft hat sich mittlerweile geändert. (Fast) jede_r kann sich und seine Lebenswünsche verwirklichen (siehe Diskriminierung). Die Verwendung des Unterstrichs „_“ (Gender gap) oder des „*“ (Gender Star) möchten deutlich machen, daß es mehr als ein Geschlecht (Männer) und sogar mehr als nur zwei Geschlechter (Männer und Frauen) gibt. Beispiele: Student_innen/Student*innen, Politiker_innen/Politiker*innen, Sportler_innen/Sportler*innen, Ärzt_innen/Ärzt*innen, Freund_innen/Freund*innen, Kolleg_innen/Kolleg*innen.

 

Geschlechtsangleichung = siehe Transition.

 

Geschlechtsausdruck = siehe Geschlecht.

 

Geschlechtsidentität = siehe Geschlecht.

 

Heteronormativität, heteronormativ = beschreibt eine Gesellschaftsstruktur, in der davon ausgegangen wird und in der es als das ‚Normale‘ gilt, daß es lediglich zwei Geschlechter gibt (siehe Zweigeschlechtersystem), deren Begehren sich zwangsweise aufeinander bezieht (siehe Heterosexualität) und deren Geschlechtsausdruck entsprechend ‚männlich‘ (für Männer) bzw. ‚weiblich‘ (für Frauen) auszufallen hat. Alle Menschen, die dieser Norm nicht entsprechen (z.B. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und Andere), werden als ‚anders‘ - oft im abwertenden Sinne - wahrgenommen und müssen mit Ausgrenzung und Diskriminierung rechnen.

 

Heterosexualität, heterosexuell = Eine sexuelle Orientierung, die sich in ihrem Begehren in einem Zweigeschlechtersystem auf das andere Geschlecht bezieht. Heterosexuelle sind Männer/Jungs, die sich in Frauen/Mädchen verlieben und diese begehren und Frauen/Mädchen, die sich in Männer/Jungs verlieben und diese begehren.

 

Homo-Ehe = siehe Eingetragene Lebenspartnerschaft.

 

Homophobie= Einstellungen, Verhalten oder Aussagen, die Lesben oder Schwule bzw. Menschen, die für lesbisch oder schwul gehalten werden, abwerten. Dabei ist es nicht relevant, ob die Person, von der die Homophobie ausgeht, diese als feindlich oder abwertend empfindet oder nicht – oder ob diese so gemeint ist oder nicht. Homophobes Verhalten kann sowohl Stereotype (positive und negative) und Beleidigungen umfassen, bis hin zu körperlicher Gewalt.

 

Homosexualität, homosexuell = Eine sexuelle Orientierung, die sich in ihrem Begehren in einem Zweigeschlechtersystem auf das gleiche Geschlecht bezieht. Homosexuelle sind Frauen/Mädchen, die sich in Frauen/Mädchen verlieben und diese begehren und Männer/Jungs, die sich in Männer/Jungs verlieben und diese begehren. Überbegriff für Schwule und Lesben.

 

Intergeschlechtlich, inter* = Intergeschlechtliche Menschen haben Körper, die sich in einem Zweigeschlechtersystem hinsichtlich ihrer chromosomalen, hormonalen oder anatomischen Merkmale nicht eindeutig in eine der beiden gesellschaftlich anerkannten geschlechtlichen Kategorien „Mann“ oder „Frau“ einordnen lassen. Sie sind häufig geschlechtsverändernden Eingriffen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter ohne medizinische Notwendigkeit und weiteren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Wie alle anderen Menschen können auch Inter* sich als Männer, als Frauen oder anders erleben und definieren. Das Sternchen * steht in diesem Fall für die verschiedenen Identifizierungsmöglichkeiten und Begrifflichkeiten für inter* Menschen: * kann stehen für „-geschlechtlich", „-sexuell", „-sex" etc.

 

Intersexuell = In Recht und Medizin gängiger Begriff für Intergeschlechtlichkeit. Manche Inter*menschen verwenden intersexuell auch für sich selbst. Im medizinischen Fachdiskurs wurde er inzwischen weitgehend von der Bezeichnung DSD (engl. „Disorders of Sex Development“, dt. „Störungen der Geschlechtsentwicklung“) abgelöst. Der Störungsbegriff wird von vielen Inter* jedoch abgelehnt.

 

Lesbe, lesbisch = Eine sexuelle Orientierung, die in einem Zweigeschlechtersystem das gegenseitige Lieben und Begehren von Frauen/Mädchen beschreibt.

 

LSBTIQ*, engl. LGBTIQ = abkürzend für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen (engl. Lesbians, Gays, Bisexuals, Trans, Inter and Queers). Das * bei LSBTIQ* deutet darauf hin, daß auch in der LSBTIQ*-Community kein abschließender Konsens darüber besteht, wer – und damit welche weiteren Buchstaben – zur Community zu zählen sind. Das * steht für weitere mögliche Gruppen wie z.B. ‚A‘ für Asexuelle. 

 

Outen, sich = siehe Coming Out.

 

Pansexualität, pansexuell = Eine sexuelle Orientierung, die aus dem Zweigeschlechtersystem ausbricht und sich in ihrem Begehren auf alle Geschlechter bezieht, also nicht nur auf Menschen, die sich als Männer oder Frauen identifizieren. Die Geschlechtsidentität der Person ist nicht ausschlaggebend für das Begehren eines_r Pansexuellen.

 

PoC = Abkürzung für Person/People of Color; Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismuserfahrungen machen. Die Bezeichnung ist in der Bürgerrechtsbewegung in den USA entstanden und zielt darauf ab, die unterschiedlichen Gruppen, die Rassismus erfahren, zu vereinen, um so Kräfte zu bündeln und gemeinsam gegen Rassismus (à Diskriminierung) zu kämpfen. Man spricht auch von Menschen of Color, Studierende of Color, etc.

 

queer = Englisch für „schräg, seltsam“ und ursprünglich im englischsprachigen Raum Schimpfwort für LSBTIQ* und für solche, die für lsbtiq* gehalten wurden. Mittlerweile hat sich die LSBTIQ*-Bewegung den Begriff positiv angeeignet und verwendet ihn 1) als Gegenentwurf zur Kategorisierung von Menschen in Bezug auf Geschlecht, Begehren und Beziehungsform (z.B. transgeschlechtlich, lesbisch oder monogam) und 2) wird „queer“ des öfteren als Sammelbezeichnung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*menschen verwendet.

 

Regenbogenfamilie = Familien, in denen mindestens ein Elternteil nicht heterosexuell oder cisgeschlechtlich ist.

 

Regenbogenflagge = Internationales Symbol für die LSBTIQ*-Bewegung.

 

Schwuchtel = Schimpfwort für Schwule und für solche, die für schwul gehalten werden sowie für solche, deren Verhalten für ‚nicht männlich genug‘ bewertet werden und die durch diesen Begriff abgewertet werden soll (siehe Diskriminierung).

 

Schwuler, schwul = Eine sexuelle Orientierung, die in einem Zweigeschlechtersystem das gegenseitige Lieben und Begehren von Männern/Jungs beschreibt.

 

Sexuelle Identität = Begriff, der entweder als Synonym für sexuelle Orientierung verwendet wird oder als ein Konzept, daß darüberhinausgehende Dimensionen einschließt (z.B. Geschlechterrolle oder Geschlechtsausdruck). Aufgrund dieser Uneindeutigkeit ist sexuelle Orientierung als Begriff vorzuziehen um darüber zu sprechen, in wen sich jemand verliebt und von welchem Geschlecht sich Menschen angezogen fühlen.

 

Sexuelle Orientierung = Die sexuelle Orientierung einer Person, sagt etwas darüber aus, in welche Menschen sie sich verliebt und sexuell anziehend findet. Man kann die sexuelle Orientierung einer Person weder ansehen, noch kann man für andere Personen festmachen, welche sexuelle Orientierung sie haben. Darüber hinaus kann man sich für eine sexuelle Orientierung nicht entscheiden.

 

Transe = Begriff, der in der LSBTIQ*-Community auf unterschiedliche Arten und Weisen verwendet wird und mit dem sich unter anderem Drag Künstler_innen oder transgeschlechtliche Menschen bezeichnen. Er sollte nur für Menschen verwendet werden, die sich selber so bezeichnen.

 

Transgender = Englischer Begriff, äquivalent zu transgeschlechtlich.

 

transgeschlechtlich, trans* = beschreibt in einem Zweigeschlechtersystem Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmt. Dieses umfaßt Menschen, die sich ‚gänzlich‘ mit ‚dem anderen‘ Geschlecht identifizieren als auch Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen. Manche transgeschlechtlichen Menschen – oder kurz trans* Menschen - streben eine Transition an, andere wiederum haben kein Bedürfnis danach bzw. entscheiden sich dagegen oder nur für spezifische Aspekte von Transition. Das Sternchen * steht in diesem Fall für die verschiedenen Identifizierungsmöglichkeiten und Begrifflichkeiten für trans* Menschen: * = -ident, -sexuell, -männlich/-weiblich, -frau/-mann, -gender, etc.

 

Transition = in einem Zweigeschlechtersystem Bezeichnung für den Prozeß, den manche trans* Menschen durchlaufen um ihr Geburtsgeschlecht an ihre tatsächliche Geschlechtsidentität anzugleichen. Dieser Prozeß umfaßt eine soziale Dimension (Verhalten und Einstellung von Familie, Freund_innen, Kolleg_innen und anderen gegenüber der trans* Person in Bezug auf seine_ihre Geschlechtsidentität), rechtliche Dimension (z.B. Änderung des Geschlechtseintrages und des Vornamens; Änderung wichtiger biographischer Dokumente) und körperliche Dimension (z.B. Bartentfernung/Bartwuchs, Brustwachstum/Einebnung des Oberkörpers, Körperfettumverteilung, Maskulinisierung/Feminisierung des Gesichts). Jede Trans*person entscheidet selber, ob und welche Transitionsschritte er_sie machen möchte.

 

Transsexualität, transsexuell = beschreibt in einem Zweigeschlechtersystem Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmt. Transsexuelle identifizieren sich eher mit ‚dem anderen‘ Geschlecht. Viele streben eine Transition an. Viele Transsexuelle ziehen „Transidente/r“, „transident“ als Begrifflichkeiten vor, unter anderem aus dem Grund, weil „-ident“ darauf hinweist, daß Transsexualität nichts mit Sexualität/sexueller Orientierung zu tun hat, sondern eine Frage von Geschlecht(sidentität) ist.

 

Transvestit = siehe Crossdresser.

 

weiß, weiße Menschen = das weiß-Sein von Menschen bezieht sich nicht ausschließlich auf deren Hautfarbe, noch handelt es sich um eine natürliche Eigenschaft. Vielmehr ist es eine gesellschaftliche Kategorisierung, die je nach Kontext unterschiedlich ausfallen kann. Weiße Menschen müssen sich – anders als PoC - nicht mit Rassismus auseinandersetzen (siehe Diskriminierung): Sie haben unter anderem einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, zur Gesundheitsversorgung und politischer Teilnahme und stoßen auf weniger Hürden, z.B. im Bildungssystem.

 
Zweigeschlechtersystem = Begriff, der Gesellschaften beschreibt, in denen die Annahme es gäbe nur zwei Geschlechter – Frauen und Männer – zu einem Grundordnungsprinzip gehört (siehe Heteronormativität). Die Annahme von Zweigeschlechtlichkeit ist kein Prinzip, das alle Staaten und Kulturen auf der Erde gleichermaßen durchzieht. Es existieren Gesellschaften, in denen der Existenz weiterer Geschlechter wesentlich mehr Anerkennung und Raum zuteil wird bzw. die geschlechtlich anders geordnet sind. Die Idee von der ausschließlichen Existenz zweier Geschlechter ist vor allem in westeuropäischen Gesellschaften und in Gesellschaften, die von ihnen beeinflußt wurden und werden, vorherrschend.

 

 

 

 

Quellen

AVEN Deutschland (ohne Jahr): Sex? Brauch ich nicht! Gedruckt von AktivistA.
Initiative intersektionale Pädagogik (ohne Jahr): Glossar. URL: http://www.i-paed-berlin.de/de/Glossar/ [letzter Zugriff: 22.08.2016]. Berlin.

Liebscher, Doris; Fritzsche, Heike (2010): Antidiskriminierungspädagogik. Konzepte und Methoden für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Wiesbaden: VS Verlag.

Queere Bildung (Hg.) (2016): Antworten auf Fragen an Lesbisch-Schwul-Bi-Trans*-Inter*-Queer Bildungsprojekte. Köln.

Queer@school (ohne Jahr): Queeres Lexikon. URL: http://queer-at-school.de/?page_id=88 [letzter Zugriff: 22.08.2016]. Berlin.

Schmidt, Alexander; Fritz, Kris; Fichter, Stefanie (2012): Romeos…anders als du denkst! Ein Unterrichtsmodul über vier Schulstunden zum Film „Romeos…anders als du denkst!“ mit dem Schwerpunkt Transgeschlechtlichkeit. Potsdam.

TransInterQueer e.V. (Hg.) (ohne Jahr): Trans* – Inter* - Queer. ABC. URL: http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/TrIQ-ABC_web(2).pdf [letzter Zugriff: 22.08.2016]. Berlin.

 

 

 

 

 

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